Stimmen und Klänge ergeben eine Einheit

26 Mär

Aachener Zeitung vom 19.03.2010

Lokales Juelich

Stimmen und Klänge ergeben eine Einheit

  Overbacher Ensemble und der Aachener Kammerchor setzen Bachs Johannespassion in Szene



Linnich. Sie gehört zu den musikalisch und technisch anspruchsvollsten Oratorien, die Johann Sebastian Bach geschaffen hat. Die Johannespassion fordert von Sängern und Instrumentalisten Können und Konzentration und Interpretationstalent. Diese Fähigkeiten bewiesen der Overbacher Kammerchor mit Mitgliedern des Aachener Kammerchores, der Junge Chor und das Overbacher Kammerorchester bei ihren beiden Gemeinschaftskonzerten am Wochenende. Nicht zuletzt wegen der hervorragenden Akustik wählten die Musiker zu diesem Anlass die Pfarrkirche St. Martinus in Linnich. Diese Entscheidung zahlte sich aus. Vom ersten Ton an war die Kirche erfüllt von den durchdringenden Tönen der Streicher. Die Stimmen der rund 70 Sänger erhoben sich imposant über dieses Klanggerüst und sorgten für eine feierliche, demütige Stimmung, die den ersten Teil der Johannespassion, den Verrat und die Gefangennahme Jesu, unterstrich.

"Die größte Schwierigkeit besteht darin, die einzelnen Elemente so zusammenzuführen, dass sie als Einheit wirken", erklärte Gesamtleiter Martin te Laak. Neben den Chorpassagen gehörten zu diesen Elementen vor allem der erzählende Evangelist Johannes, gesungen von Joachim Streckfuß, und Jesus, dem Andreas Waller seine Stimme lieh. Beide überzeugten in Ausführung und Interpretation. Genauso wie die Solisten, die eine beeindruckende Darstellung der Arien boten. Johannes Nilges sang nicht nur die Bass-Arien, sondern verlieh gleichzeitig den Passagen von Pilatus und Petrus Ausdruck. Judith Mohr und Mirjam te Laak (Sopran), Bettina Mall (Alt) und Udo Glasmacher Toubelis (Tenor) begeisterten.

Die Zusammenführung der einzelnen Elemente gelang trotz der mitunter sehr dichten Dramaturgie ohne Probleme. Martin te Laak: "Die Interpretation war schlüssig und zusammenhängend." Daran hatte Ulrike Erdtmann erheblichen Anteil, die die Passion mit dem Kammerorchester einstudiert hatte. Gekonnt untermalten die Instrumentalisten die Stimmung von Verrat und Gefangennahme, Verleugnung, Verurteilung und Kreuzigung, Geißelung, Tod Jesu und Grablegung.

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