Overbacher Adventssingen: Raum zur Besinnung
07 Dez
(ul) | 06.12.2009, 16:40
Barmen. «Welcome to Christmas» - mit diesem Lied wurde am Wochenende das traditionelle Overbacher Adventssingen eröffnet, das bereits zum 41. Mal in der Klosterkirche Haus Overbach stattfand.
Die Zuhörer erlebten ein Adventssingen der besonderen Art, bei dem genügend Raum zur Besinnung gegeben war.
«Es ist uns ein Anliegen, Advent und Weihnachten tiefer zu erfahren», fasste Pater Josef Lienhard vom Orden der Oblaten des Heiligen Franz von Sales in seiner Begrüßung zusammen. Gerade in der vorweihnachtlichen Zeit, die primär von Hektik und Konsum geprägt ist, sehnen sich viele Menschen nach einem Ort der Stille. So wurde im besinnlichen Teil des Overbacher Adventssingens bewusst auf Applaus verzichtet, auch wenn es den Zuhörern sichtlich schwer fiel.
Lieder, die berühren
Die Musiker des Overbacher Blasorchesters unter der Leitung von Stephan Hebeler, die Streicher unter der Leitung von Ulrike Erdtmann und der Overbacher Kinderchor sowie der Junge Chor Overbach unter der Leitung von Martin te Laak boten zwei Stunden lang Weihnachtslieder, die berührten und Freude aufkommen ließen. Nahezu mühelos und stimmgewaltig erklang die Musik in der Klosterkirche und ließ vergessen, durch wie viele staubtrockene Proben sich die Kinder und Jugendlichen in den vergangenen Monaten gekämpft hatten.
Neben traditionellen Weihnachtsliedern wie beispielsweise «Wir sagen Euch an den lieben Advent» standen auch Stücke aus anderen Kulturkreisen auf dem Programm. Südamerikanische Klänge verbreitete das peruanische Lied «Festejo de Navidad», und das Lied «Cool Yule - Swing» aus dem skandinavischen Raum lud sprichwörtlich zum Swingen ein.
Besonders gut gelungen war der ausgewogene Anteil an Musik und Reflexionen zum Thema Advent, die Pater Josef Lienhard in das Programm einbrachte. So ließ er zum Beispiel das mühevolle Leben der Gottesmutter Revue passieren, bevor das Lied «Maria durch ein Dornwald geht» angestimmt wurde, denn trotz aller Schicksalsschläge hatte Maria nie aufgegeben und war im Vertrauen auf Gott ihren Weg gegangen.
Ein weiterer musikalischer Höhepunkt des Abends war das Singspiel «Herbergssuche», das Martin te Laak geschrieben und gemeinsam mit Anna Schander einstudiert hatte.
Als Zugabe für den wohlverdienten Applaus wurden die beiden Weihnachtslieder «Herbei, O Ihr Gläubigen» und «Engel auf den Feldern singen» vorgetragen - und die Zuhörer stimmten begeistert ein.