«Live-Music-Live» ein Publikumsmagnet

07 Jul

Jülich. Lange Schlangen vor den Kassen zur Hauptbühne des Brückenkopf-Parks trotz Gluthitze und WM-Feiern ließen bereits erahnen, dass Sitzplätze unter der Zeltkuppel knapp werden würden.

Das Jubiläums-Sommerkonzert zum 25-jährigen Bestehen der Veranstaltungsreihe «Live-Music-Live» der Overbacher Singschule, die in Kürze ebenfalls ihr Silberjubiläum feiern darf, war der Publikumsmagnet schlechthin. «Alles-sing-Bar» hieß das passende Konzertthema, denn Qualität und Vielfalt sind nach wie vor Markenzeichen der Chöre und Orchester unter der Leitung des kreativen Kirchenmusikers Martin te Laak.

Wie schon der fantasiereiche gemeinsame Einstieg des Kinderchors und des Jungen Chors mit Solistin Simone Mühlenberg im Stück «Sing mal wieder» bewies, ist für te Laaks Chöre und Solisten wirklich alles singbar.

Die alternative Schreibweise des Mottos hatte eine zweite Bedeutung: An einer Bar im Kerzenschein hatte Moderator Thomas Braunsfeld mit Kellnerschürze Platz genommen, um gewohnt witzig und gleichzeitig informativ durch das flotte Programm mit Querschnitt durch die Rock-, Pop-, Jazz- und Folkgeschichte zu führen.

Gesangliche Interaktionen te Laaks mit dem Publikum, Braunsfelds Gabe zum Entertainment sowie die aus Profimusikern bestehende Power-Begleitband «LML» sorgten sogleich für Superstimmung. Einzeln oder gemeinsam vereinten Kinderchor und Junger Chor mit wechselnden Solisten musikalischen Anspruch und attraktive Choreographie.

So sang eine Kleingruppe des Jungen Chors inmitten märchenhaft grüner Laserkegel klar und rein «You'll be in my heart», während im Hintergrund erstmalig vier Tanzpaare aus dem «Nina-Romm-Fitness-und Tanzstudio» für eine gelungene Abrundung des Auftritts sorgten. Begeisterte Pfeifkonzerte honorierten diese gelungene Kombination.

Bei der Interpretation des offiziellen Songs der Sommerolympiade 1988 «Hand in Hand» des Jungen Chors, später verstärkt durch den Kinderchor, sorgten zwei feierlich hineinschreitende Fackelträgerinnen in griechisch-römischem Outfit für den entsprechenden olympischen Touch.

Außergewöhnlich war auch das afrikanisch anmutende «Gogoli», ein vierstimmiges Singspiel des Kinderchors aus vielen verschiedenen, beliebig zusammensetzbaren Modulen, begleitet von den Zischtönen zweier herumgewirbelter Luftschläuche. Mit diesem Stück hatte der gleichstimmige Kinderchor die Silbermedaille im Wettbewerb «Jugend singt» gewonnen.

Ein weiteres Highlight war «Frauen regieren die Welt», wo sich der gemischtstimmige Junge Chor in eine eindrucksvolle a-capella-Bigband verwandelte, gekrönt vom imposanten Gesangssolo te Laaks à la Roger Cicero. Zur Interpretation des Stückes «The rhythm of my heart» durch den Jungen Chor verstärkte ein einfühlsames «Latin»-Trompetensolo der Leonard Rathmann Band Chor und Solisten.

In «I will survive» zogen die Frauen des Jungen Chors mit stimmlicher Hochleistung in ihren Bann. Nach Standing Ovation betonten beide Chöre gemeinsam in der Zugabe «Jetzt ist Sommer». Wohl wahr, denn nach einem nur etwa fünfminütigen Starkregen, der auf die Zeltkuppel prasselte, konnten die Besucher trockenen Fußes den Heimweg antreten.

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